Vom 20. bis 22. November 2009 findet zu diesem Thema die 9. Internationale und Interdisziplinäre Graduiertenkonferenz an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg statt. Soeben ist das ausführliche Programm dieser zweisprachigen Tagung von Graduierten und Postgraduierten der verschiedensten kulturwissenschaftlichen Disziplinen ins Netz gestellt worden. Es besteht aus vielfältigen Panels und 3 Hauptvorträgen und findet sich hier.
illissAfrica (internet library sub-saharan Africa) - so heißt ein neues Afrika-Portal, eine virtuelle Fachbibliothek zu Afrikastudien. Dieses DFG-geförderte Projekt der Afrika-Abteilung der UB Frankfurt in Zusammenarbeit mit GIGA (German Institute of Global and Area Studies) ist eine umfangreiche wissenschaftliche Informationsquelle mit guten Suchfunktionen, die websites, Datenbanken, Bibliothekskataloge gezielt erschließt.
Vom 10. bis 12. Juli 2009 findet in Mageburg die 5. internationale Transforma-Studierendenkonferenz statt. Ihr Thema: Moving (Con)Texts. The Production and Circulation of Ideas in the Global Knowledge Economy. Die zweisprachige Konferenz (englisch-deutsch) setzt sich mit der Zirkulation von Ideen, Texten, Konzepten als Form kultureller Globalisierung auseinander: Gibt es so etwas wie “hybride Wissenskulturen”, wer sind ihre Subjekte und Akteure, wie sieht ihre politische Ökonomie aus? Diese Konferenz ist in Panels organisiert und wird von einem Studierendenforum begleitet, in dem Studierende ihre Arbeiten vorstellen können.
Das Zentrum für Regionalstudien an der FU Berlin veranstaltet im laufenden Sommersemester eine Ringvorlesung zum Thema: Die Ungleichzeitigkeit des Raums. Geschichte und Perspektiven der Area Studies. Die einzelnen Vorlesungen, die sich an eine breitere Öffentlickeit richten, geben einen Überblick über neuere Perspektiven der Forschung im Feld der Area Studies. Diese sind nicht nur unverzichtbar für die Analyse einer zunehmend vernetzten globalen Welt. Sie haben auch starke Forschungsstandbeine in der Berliner Wissenschaftslandschaft. Das Themenspektrum reicht von transkulturellen Akteuren, Ungleichheiten, Raum und neuen Geopoetiken, über interreligiöse Gewalt, Migration als postkolonialer Praxis, transnationaler Sicherheit, bis hin zur Übersetzungsfunktion der Area Studies.
Vom 3. bis 4. April 2009 findet in Ithaca/NY ein Workshop zur Frage der “Transnational Study of Culture”, ihrer Entwicklung und Konzeptualisierung, statt. Dieser Workshop ist ein Kooperationsprojekt der Cornell University (insbesondere des Institute for German Cultural Studies und ihrer Direktorin Leslie A. Adelson) und dem International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) der Universität Gießen. Link zum Programm.
Das European Institute for Progressive Cultural Policies hat kürzlich im Rahmen des webprojekts “translate. Beyond Culture: The Politics of Translation” eine Publikation zur Kulturtheorie der Übersetzung herausgebracht: Borders, Nations, Translations. Übersetzung in einer globalisierten Welt. Wien 2008 (mit Beiträgen von Boris Buden, Rada Ivekovic, Encarnación Gutiérrez Rodríguez, Michaela Wolf, Stefan Nowotny, Sandra Mezzadra/Brett Neilson, Klaus Neundlinger, Tom Waibel, Hito Steyerl, Jon Solomon, Gayatri Chakravorty Spivak). Parallel dazu entstand ein Buch mit Essays und Interviews zu den praktisch-politischen Bedeutungen kultureller Übersetzung (Sprachübersetzung eingeschlossen) - bis hin zu Fragen existenzieller Kultur-Übersetzung in der “dramatisch realen Situation” (B. Buden) der Migration: Boris Buden/Stefan Nowotny (Hg.): Übersetzung: das Versprechen eines Begriffs. Wien 2008 - mit Beiträgen von Boris Buden, Doris Bachmann-Medick, Tomislav Longinovic, Stefan Nowotny, Ghislaine Glasson Deschaumes, Rada Ivekovic, Jon Solomon, Peter Osborne, Brigitta Kuster und Hito Steyerl.
Die 3., neu bearbeitete Auflage von “Cultural Turns” ist im Druck und wird am 5. März ausgeliefert. Sie enthält zusätzlich aktualisierte Literaturverzeichnisse und ein neues Nachwort. Unter der Perspektive “Kulturwissenschaften nach den Turns” geht dieses neue Nachwort auch auf die Rezeption des Buches, auf die Kritikpunkte und überhaupt auf die Turn-Diskussion der letzten zwei Jahre ein.
Im neuesten Heft (16,3/2008) der Zeitschrift Historische Anthropologie. Kultur, Gesellschaft, Alltag (Hg. von Hans Medick und Martin Schaffner) werden zukunftweisende Fragen an die Kulturwissenschaften gestellt: Inwieweit sind Paradigmen für die kulturwissenschaftliche Forschung notwendig? (Lynn Hunt) Wie stark muss eine postkoloniale Öffnung und Neusicht der Historischen Kulturwissenschaften auf die Einsichten der neueren Weltliteraturdiskussion bzw. auf die symbolischen Formen der Literaturen der Welt Bezug nehmen, wenn Geschichtswissenschaft künftig fundierter und disziplinenübergreifender im Sinne einer nicht mehr europazentrierten “Weltgeschichte” betrieben werden soll? (Reinhard Blänkner) Die Hinwendung zu “alternativen Geschichten” zeigt sich auch in zwei weiteren Artikeln dieses Zeitschriftenheftes, die in empirischen Fallstudien den zwiespältigen und widersprüchlichen Umgang mit Gandhi und dem indischen Nationalismus vonseiten indischer Bauern und indischer Umweltbewegungen nachgehen (Antje Linkenbach, Vinayak Chaturvedi).
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Die Zeitschrift Gegenworte. Hefte für den Disput über Wissen hat im neuesten Heft (Nr. 20. 2008) zum Thema “Visualisierung oder Vision? Bilder (in) der Wissenschaft” Fallbeispiele vorgestellt und vor allem Fragen angeregt:
- Wieweit dienen Visualisierungen der Sichtbarmachung und Objektivierung, - wie weit geht die Macht der Bilder, - wieweit stellen sie die Dominanz der Verbalsprache in der Wissenschaft in Frage, - wie weit dringt die neue Aufmerksamkeit auf Visualisierung und Bildlichkeit in Wissenschaft und Gesellschaft auch in Bereiche von Vision, Wunsch- und Trugbildern vor und wie aufschlussreich ist überhaupt die sogenannte Evidenz von Bildern?
Solche und weitere Fragen werden in diesem gerade erschienenen Zeitschriftenheft quer durch die Disziplinen diskutiert - von Kunstgeschichte über Literaturwissenschaft, Technik, Klimaforschung, Biomedizin, Mathematik, Kriminologie, Geschichte, Politik, Science und Science Fiction. Dabei wird der bloße akademische Diskurs überschritten - schon allein angesichts der übergreifenden Bilderwelten. Das Heft ist auch selbst mit vielen Bildern versehen - paradoxerweise eher ungewöhnlich im Spektrum der bisherigen Ausführungen zum “iconic/visual turn”.
Auf dem überwachungskritischen Blog der Tageszeitung (TAZ) mit Namen “Crtl-alles unter Kontrolle” ist ein “Sonntag der Spione” ausgerufen worden. Er soll die Leserinnen und Leser dazu anregen, auf offene oder versteckte Fälle und Anstößigkeiten aus dem gesellschaftlichen “Überwachungs”-Alltag aufmerksam zu werden und einschlägige Beispiele einzureichen. Dieser Alltag ist freilich nicht immer offen-sichtlich, sondern oft raffiniert vermittelt über eine Macht der Symbole in ihrer langen Geschichte - etwa vom “Auge Gottes bis zum Überwachungsstaat”.